Visuelle Impressionen

von schmirmund | 19. Januar 2009

Als kleiner Nachtrag zur Tagung, nachfolgend einige Schnappschüsse:

Kategorie: Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften | Keine Kommentare »

Panel IV: Qualifizierung in interdisziplinären Projekten: Chancen, Herausforderungen, Risiken

von admin | 14. Januar 2009

Von Dynkowska/Özsarigöl

Die Kurzvorträge des Panels IV gaben interessante Einblicke in persönliche Lebensläufe von WissenschaftlerInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen. Im Anschluss entwickelte sich eine rege Diskussion zur Situation an deutschen und internationalen Universitäten bezüglich der Qualifizierung, Karriereplanung und Berufungspraxis im Wissenschaftsbetrieb im Kontext der interdisziplinären Arbeit.
Ist Karriere in der Wissenschaft planbar?
Inwiefern ist interdisziplinäres Arbeiten gewinnbringend und fruchtbar für die eigene Laufbahn?
Diese zentralen Fragen wurden kontrovers diskutiert. Für uns als NachwuchswissenschaftlerInnen wurde ein Bild skizziert, das mit allen genannten Risiken mit ein wenig gemischten Gefühlen in die Zukunft blicken lässt. Gerade in der Linguistik scheint die Positionierung als Wissenschaftler mit interdisziplinärem Hintergrund nicht unproblematisch zu sein. Gleichzeitig sei jedoch die interdisziplinäre Herangehensweise aufgrund der immer komplexer werdenden Forschungsgegenstände unumgänglich und werde sich in den nächsten Jahren immer mehr etablieren, so die Prognose.
Kann man unter diesen Umständen Einfluss auf die eigene Zukunft nehmen?
Ja, durchaus. „Planung“ der Karriere ist ein Zusammenspiel von Eigeninitiative, strategischem Vorgehen, Vernetzung und Austausch, sowie … glücklichen Umständen.

Kategorie: Allgemein, Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften | Keine Kommentare »

Panel 1: Grundbegriffe und Pathosformeln der Geisteswissenschaften

von niemann | 13. Januar 2009

Michael Pauen:

Autonomie ist eine Fähigkeit, die sich bei Individuen entwickeln kann.

Thomas Goschke:

Ein kohärenter Begriff von Willensfreiheit bedeutet nicht keine Determination, sondern bedeutet Determination auf eine bestimmte Weise.

Andreas Bartels:

Das Können kann experimentell untersucht werden: Es gibt viele verschiedene Arten des Könnens.


Stephan Voswinkel:

Anerkennung ist ein Zentralbegriff für gesellschaftliche Entwicklungen der Gegenwart.

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Formen der Interdisziplinarität zwischen Natur- und Geisteswissenschaften

von lobin | 13. Januar 2009

Das Podiumsgespräch zum Thema „Dialog zwischen Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften“ zeigte, dass sehr unterschiedliche Konzeptionen von Interdisziplinarität existieren. Die engste Art des Bezu-ges ist durch die Arbeit an einem gemeinsamen Gegenstand gegeben, der mit unterschiedlichen Herangehensweisen bearbeitet wird. Die Ergebnisse lassen sich immer wieder an den empirischen Daten abgleichen und in der Anschauung dieses Gegenstandes diskutieren. Nicht ohne Grund hat auch das BMBF mit dem Programm „Wechselwirkungen zwischen Geistes- und Naturwissenschaften“ in der ersten Förderrunde mit der Archäologie und der Linguistik solche Disziplinen ausgewählt, in denen eine solche Diskussion am Gegenstand möglich ist.
Auf der zweiten Ebene stehen interdisziplinäre Projekte, die sich einem gemeinsamen Projekt widmen. Hier wird die Interdisziplinarität in gewisser Weise ‚verordnet’, denn aus den Einzeldisziplinen selbst ist der Bedarf nach der interdisziplinären Zusammenarbeit nicht induziert. Diese Projekte haben ein gewisse Tendenz zu einer gewissen additiven Weise der Zusammenarbeit, bei der die Diskussion der Begrifflichkeit im Vordergrund steht.
Die am wenigsten zwingende Art der interdisziplinären Zusammenarbeit stellt die Vermittlung von Probleme und Erkenntnissen durch Geisteswissenschaften dar. Zwar möchte Herr Parnes den Begriff der Vermittlung in einem komplexeren Sinne verstanden wissen, doch scheint die Sicht auf Geisteswissenschaften als Vermittlungswissenschaften verbreitet zu sein. Eine neuere Förderinitiative des BMBF ist betitelt mit „Übersetzungsfunktion der Geisteswissenschaften“.
Während der Sinn einer Interdisziplinarität auf den beiden oberen Ebenen sinnvoll und notwendig ist, ist unbestreitbar. Brauchen aber die Naturwissenschaften die Geisteswissenschaften als Übersetzerinnen? Müssen die Geisteswissenschaften nicht vielmehr problematisieren und kritisieren?

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Projektposter des Forschungsverbundes Interactive Science

von schmirmund | 13. Januar 2009

Für die heutige Agora haben die einzelnen Forschungsprojekte Posterpräsentationen vorbereitet. Hier der Link zum Poster des Forschungsverbundes Interactive Science (pdf)

Kategorie: Allgemein, Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften | Keine Kommentare »

Problem-Choice as a Contextual Process

von peters | 13. Januar 2009

Die Geisteswissenschaften befinden sich dieses Mal, so wird gleich zu Beginn des Symposiums festgehalten, ausnahmsweise nicht in der Krise.

Im Unterschied zu den meisten anderen Dingen.

Thematisiert weden sollen deshalb nicht nur um methodische Probleme bei der Erforschung der „Schlüsselthemen der Geisteswissenschaft“, sondern auch die Frage, wie sich Wissenschaften und Wissenschaftler die Probleme aussuchen, mit denen sie sich befassen. Und vielleicht auch die Frage, ob es denn die richtigen sind.

 

Yehuda Elkana schlägt gleich mal ein paar Probleme vor, die dringend nach den Kompetenzen der Humanities verlangen, z.B. die Arbeit an einer neuen Ökonomie, die Normen und Werte besser integriert; die Frage, welche Rolle kulturelle und soziale Faktoren bei der Verbreitung von Krankheiten spielen, die Frage nach der Legitimität der Religion in modernen Gesellschaften.

 

Elkana weist aber auch darauf hin, dass „problem choice is a highly contextual process“. Nicht nur gesellschaftspolitische Faktoren, sondern auch Förderstrukturen, institutionelle Rahmungen, Curricula-Entwicklung, performative Strategien, Denkstile und Paradigmen spielen dabei eine Rolle. Interessant wäre also die Frage, wie der Prozess der wissenschaftlichen Problemwahl als solcher so einzurichten oder zumindest so zu beeinflussen wäre, dass die ‚richtigen Probleme’ auch gewählt werden können.

 

Dies ist eine dem Symposium angemessene Fragestellung. Denn sie erlaubt es, die individuell-strategischen Überlegungen zu thematisieren, die bei einem solchen Symposium unweigerlich in der Luft liegen („Nun erzähle ich Ihnen mal auf welche Trends, Ermüdungserscheinungen und Empfindlichkeiten ich Rücksicht nehmen muss, um als Historiker derzeit erfolgreich ein Forschungsprogramm zu initiieren,“ so oder so ähnlich Frank Rexroth im weiteren Verlauf des Tages) und sie wissenschaftspolitisch und zugleich wissenschaftstheoretisch zu wenden. Habe ich das richtige Problem gewählt? Und wie kann ich es als das richtige in Szene setzen? Diese im Zusammenhang mit Förderprogrammen allgegenwärtige Frage könnte vor diesem Hintergrund ein eigenes Erkenntnispotential für sich beanspruchen, statt lediglich hinter den Kulissen zu regieren.

 

Brillant daher die Analyse Eva Geulens, die vorschlägt, das Schlüsselthema zum Schlüsselthema zu machen, und zeigt, dass die Herkunft des Schlüsselthemas vom englischen key-concept, das wiederum in Analogie zum keystone gebildet wurde, auf ein anderes Bild verweist als das des Aufschließens oder Grundlegens. Nämlich auf den Schluss-Stein eines Gewölbes oder Torbogens, der selber kein Gewicht trägt, sondern Gewicht verteilt und dadurch das von Kleist beschriebene paradoxe Gleichgewicht hervorruft: Der Torbogen steht, weil alle Steine zugleich fallen wollen. Kleist hat dieses Bild in einer Zeit der Krise Trost gespendet. Im Hinblick auf das ‚Schlüsselthema’ scheint sich dennoch ein kritischer Impuls mit dem Bild des Schlusssteins zu verbinden, nämlich der Verweis auf ein prunkvolles Gewölbe, das sich zwar selber halten mag, jedoch nichts anderes stützt. Geulen macht daher klar, dass die Zeiten vorbei seien, in denen sich die Geisteswissenschaften mit der mangelnden Nützlichkeit ihrer Produkte geradezu schmückten. Dennoch, so schon Nietzsche, seien die Ursache der Entstehung einer Sache und ihre spätere Verwendung zwei völlig voneinander verschiedene Dinge. Und so stößt die Geisteswissenschaft in ihren legitimatorischen Rekursen immer wieder auf ihr eigenes umfangreiches Wissen vom Wissen. Bemüht man nun noch die Vokabel von der Wissensgesellschaft, ist die Legitimation fast schon geschafft.

 

„The need to justify will disappear“ prognostizierte Elkana und überhaupt sparte er mit Prognosen nicht: Die Finanzkrise werde den Nationalstaat stärken, und in 15 Jahren werde es an den Universitäten keine Fakultäten mehr geben. Warum er da so sicher sei? Antwort: Man müsse schon sicher sein, um etwas in dieser Richtung in Bewegung zu bringen.  Wenn ‚Zukunftsorientierung’ im Prozess geisteswissenschaftlicher Problemwahl zu einem wichtigen Erfolgskriterium wird, so hat die Figuration der Prognose zwangsläufig großen Einfluss auf diesen Prozess (vgl. www.prognosen-ueber-bewegungen.de). Lassen sich weitere Figurationen dieser Art benennen? Und ließe sich in der Erforschung solcher Figurationen ein Forschungsprogramm erschließen, das den Prozess wissenschaftlicher Problemwahl für die Gegenwart erhellt? 

Kategorie: Allgemein, Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften | Keine Kommentare »

Forschungsverbund bloggt zur Tagung über “Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften”

von schmirmund | 11. Januar 2009

Vom 12. bis 14. Januar 2009 findet in Berlin die von der Volkswagenstiftung und dem Zentrum für Literatur- und Kulturforschung veranstaltete Tagung “Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften” statt.

Einige Mitarbeiter des Forschungsverbundes Interactive Science werden ab Montag Nachmittag (12.01.09) auf diesem Blog tagesaktuell über die Tagung berichten.

Kategorie: Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften | Keine Kommentare »